Die globalen Ölpreise sind zum Wochenauftakt spürbar gesunken, nachdem Berichte über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran die Märkte beruhigten. Im frühen Handel fiel ein Barrel der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Januar auf 110 US-Dollar (rund 98 Euro), was einem Rückgang von etwa drei Prozent gegenüber dem Freitagswert von rund 116 US-Dollar entspricht. Diese Entwicklung folgt auf Spekulationen, dass das US-Militär und die israelischen Streitkräfte nach den US-Zwischenwahlen am 3. November erneut Angriffe im Iran starten könnten.
Laut eines Berichts des Portals „Axios“ möchte Präsident Trump der Diplomatie mehr Zeit geben, bevor er mögliche neue Militärschläge nach den Wahlen dieser Woche anordnet. Trump habe dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in einem Telefonat seine Präferenz für eine diplomatische Lösung mitgeteilt. US-Außenminister Marco Rubio bekräftigte dies am Samstag und erklärte, dass zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Entscheidung über neue Militärangriffe getroffen worden sei.
Trotz dieser diplomatischen Signale bleibt die Sicherheitslage in der Region angespannt, da Angriffe auf Schiffe rund um die Straße von Hormuz sowie im Roten Meer anhalten. Der bewaffnete Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran begann Ende Februar mit gemeinsamen Angriffen auf den Iran, was zuvor zu einem kräftigen Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt hatte. Die anhaltenden Kämpfe bedrohen weiterhin die regionalen Förderanlagen sowie die stabilen Ölexporte.
Parallel dazu hat sich der Ölverbund OPEC+ am vergangenen Wochenende darauf geeinigt, die Förderquoten für den Dezember unverändert zu lassen. Die Gruppe hatte ihre letzten freiwilligen Kürzungen bereits im September zurückgenommen. Aufgrund der instabilen Lage im Nahen Osten wird diese Entscheidung von Marktbeobachtern jedoch primär als symbolisch eingestuft, da die geopolitischen Risiken gegenüber den Quoten im Vordergrund stehen.


