Der US-Internetkonzern Google reagiert auf die massiv steigenden Kosten für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur mit einem Stellenabbau. Ein seit Juni bestehendes Abfindungsprogramm, das mehrere Staaten außerhalb der USA betrifft, wird verlängert, wie die Alphabet-Tochter am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte. Betroffen sind Standorte in Deutschland, Frankreich, Kanada, Japan und der Schweiz, wobei das Unternehmen die genaue Zahl der bisherigen Teilnehmer offenließ.
Die finanzielle Belastung durch den Bau neuer Rechenzentren schlägt sich deutlich in der Bilanz von Alphabet nieder. Im vergangenen Quartal verzeichnete der Konzern einen negativen Free Cashflow von rund neun Milliarden Dollar, was etwa 8,05 Milliarden Euro entspricht. Dieser Barmittelabfluss übertraf die Prognosen der Analysten sogar um das 250-Fache, während Alphabet gleichzeitig einen operativen Milliardenverlust hinnehmen musste.
Finanzchefin Anat Ashkenazi plant für das Jahr 2026 Investitionen von bis zu 205 Milliarden Dollar in Rechenzentren, wobei die Ausgaben bereits im kommenden Jahr deutlich steigen dürften. Diese Entwicklung sorgt an den Märkten für Nervosität, da Anleger bezweifeln, ob sich die hohen Investitionen langfristig rentieren werden. Ähnliche Herausforderungen bei der Kapitalbeschaffung für KI-Pläne stehen derzeit auch Oracle sowie Meta, der Muttergesellschaft von Facebook, vor.
Auch Microsoft verfolgt eine ähnliche Strategie und plant Abfindungsangebote für 60.000 Beschäftigte, was rund einem Viertel der weltweiten Belegschaft entspricht. Bei Alphabet wurden im Vorjahr bereits Programme in den USA und Großbritannien implementiert, wobei strategische Bereiche wie die Cloud-Sparte und die KI-Tochter DeepMind ausgenommen blieben. Diese Priorisierung zukunftsträchtiger Geschäftsbereiche scheint auch beim aktuellen Programm beibehalten zu werden.



