Der Wiener Lehrstellenmarkt steht unter erheblichem Druck, da immer weniger Betriebe Ausbildungsplätze anbieten. Innerhalb eines einzigen Jahres ist die Zahl der verfügbaren Stellen in Betrieben um 982 geschrumpft. Aktuell konkurrieren statistisch gesehen zehn Lehrstellensuchende um eine einzige offene Stelle in einem Betrieb.
Um diesen Trend abzufedern, setzen die Stadt Wien und das Arbeitsmarktservice (AMS) verstärkt auf die Überbetriebliche Lehrausbildung. In diesem Bereich wurden innerhalb eines Jahres 249 zusätzliche Stellen geschaffen, sodass es nun insgesamt 4.282 Lehrstellen abseits klassischer Betriebe gibt. Trotz dieser Maßnahmen bleiben Betriebe mit 14.018 Auszubildenden der Hauptträger der Ausbildung.
Die finanzielle Belastung für diese Strategie ist hoch, da insgesamt rund 116 Millionen Euro investiert werden. Das AMS steuert 111,7 Millionen Euro bei, während das Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds (waff) weitere 4,9 Millionen Euro bereitstellt. Das waff investiert zudem in die Förderung von Lehrbetrieben, etwa durch die Übernahme von Kosten für Lehrausbilderkurse und Zuschüsse zu Lehrlingsgehältern.
Arbeitsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) betont mit Blick auf den Fachkräftemangel, dass eine abgeschlossene Lehre in Wien weiterhin sehr gute Berufschancen bietet. Auch waff-Chef Marko Miloradović unterstreicht, dass junge Wiener eine Chance auf eine gute Berufsausbildung benötigen. Die Stadt rechnet durch diese Maßnahmen mit jährlich etwa 500 neuen Fachkräften, die langfristig selbst zu Lehrherren werden könnten.



