Auf der invest.austria conference 2026 diskutierten Branchenexperten über den Einsatz humanoider Roboter in der Industrie. Während das technische Know-how grundsätzlich vorhanden sei, bleibt das Rennen um die ersten großflächigen industriellen Anwendungen offen. Erst eine erfolgreiche praktische Anwendung könne die notwendige Unterstützung von Investoren sichern, wie während der von EY unterstützten Diskussion deutlich wurde.

Nikolaus Keuth, Senior Manager bei EY, warnte vor einem "großen Friedhof an Pilotprojekten", da Erwartungen oft die technologische Reife übersteigen. Um Fantasien von echten Business Cases zu trennen, müssten Unternehmen zunächst die Skalierbarkeit klären. Keuth plädiert für Use-Case-Cluster, die den Übergang von Single-Use- zu Multi-Use-Anwendungen ermöglichen, etwa durch den Einsatz eines Roboters über verschiedene Schichten hinweg.

Ein zentrales Problem in Europa sei laut Majdoline Wahbi, Co-Founderin von Kiosmo, die mangelnde Finanzierung für den Markteintritt. Während in den USA 45 Prozent der Forscher eine Firma gründen wollen, sind es in Europa lediglich 15 Prozent. Wahbi betont, dass eine bessere Vernetzung zwischen Talenten und Industrie nötig sei, um reale Daten zu generieren und Forschung in marktfähige Produkte zu verwandeln.

Die wirtschaftliche Notwendigkeit wird durch den demografischen Wandel verstärkt. Christopher Polligkeit von Plug and Play betonte, dass die Integration der Technologie aufgrund der alternden Bevölkerung essenziell sei, um den Arbeitskräftemangel zu kompensieren. Christian Tauber, CEO von NEOALP, ergänzte, dass die Hardware bereits fortgeschritten sei, die aktuelle Herausforderung jedoch in den "Skills" der Roboter sowie im Data Capturing liege.